VOR DEM TISCH
Afrika im Gedicht II:
JOYCE MANSOUR

Devant une table

Femme assise devant une table cassée
La mort dans le ventre
Rien dans l’armoire.
Fatiguée de tout même de ses souvenirs
Elle attend fenêtre ouverte
La lumière aux mille visages
Qu’est la folie.

JOYCE MANSOUR
Aus „Cris“, 1953

Gilles Ehrmann: Joyce Mansour, o.J.

Gilles Ehrmann: Joyce Mansour, o.J.

Vor dem Tisch
Die Frau sitzt vor dem kaputten Tisch
Den Tod im Leib.
Nichts im Schrank.
Selbst ihrer Erinnerungen leid
Wartet sie am offenen Fenster
Auf das Licht mit den tausend Gesichtern
Das der Wahnsinn ist

JOYCE MANSOUR
Aus „Cris“, 1953

übersetzt von Lotta Suter und ihrem MitarbeiterInnen-Team

Aus:
AFRIKA IM GEDICHT
herausgegeben von Al Imfeld, Offizin Verlag, Zürich 2015, S. 415;
übersetzt von Lotta Suter und ihrem Team
(© 2016: hier wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung
von Al Imfeld und Lotta Sutter, Zürich)

Al Imfeld (Hrsg.): Afrika im Gedicht, Offizin, Zürich 2015

Al Imfeld (Hrsg.): Afrika im Gedicht, Offizin, Zürich 2015

Man Ray: Joyce Mansour, o.J.

Man Ray: Joyce Mansour, o.J.

Joyce Mansour, geboren 1928 in England von jüdischen-ägyptischen Eltern;
lebte erst in Kairo, dann in Paris, wo sie 1986 starb; eine der führenden surrealistischen Dichterinnen Frankreichs. Ihre Gedichte erschienen in verschiedenen Einzelbänden sowie im Sammelband Prose et Poésie: Œuvres complètes (Actes Sud, Arles 1991) (nach Al Imfeld: Afrika im Gedicht, S. 802–3).

Sophie Scheidecker: Joyce Mansour, o.J.

Sophie Scheidecker: Joyce Mansour, o.J.

Joyce Mansour: Prose et Poésie: Œuvres complètes (Actes Sud, Arles 1991)

Joyce Mansour: Prose et Poésie: Œuvres complètes (Actes Sud, Arles 1991)

Kommentar(e) zu diesem Beitrag:

  1. Christina Thomas schreibt:

    danke für das schöne gedicht von joyce mansour! das traurigste ist, dass diese aktualität sich mittlerweile nicht erledigt hat, sondern drängender wird, weltweit, jedenfalls in der welt, die nicht in der wohlstandsblase lebt.
    ich habe ein gedicht von joyce mansour mitte der 80er jahre in einem programmheft der berliner schaubühne entdeckt und war entflammt. leider konnte ich wenig von ihr im buchhandel finden. umso schöner, dass es jetzt wieder etwas gibt! danke dafür! schön, dass es diesen blog gibt !

    • Piet Meyer schreibt:

      Liebe Christina, ich finde es aussergewöhnlich, dass Du Dich nach drei Jahrzehnten an den Namen erinnerst von Mansour; so stark muss das Gedicht von ihr gewesen sein!! – Ja, im Buchhandel ist vieles zu greifen, und noch mehr ist da nicht zu greifen! Auch das ist traurig. That’s life, rushing by!
      Alles Liebe, schönen Sonntag, Piet

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