EIN ANFANG:

Zuallererst:
Ein gutes Neues Jahr allen Besucherinnen und Besuchern dieses Blogs.
Gesundheit, Glück und Erfolg und vieles mehr sollen uns alle begleiten.
Ich freue mich, Sie hier willkommen zu heissen.

„Kunst, Ethnologie, Literatur, Alltag, Politik“ – weite, mitunter inspirierende Gebiete, aus denen hier immer wieder berichtet werden soll, von mir, aber auch, wenn immer möglich, von Gast-Autorinnen und -Autoren.

04_04Diese Berichte werden verschiedenartig ausfallen. Journalistisch, dokumentarisch, witzig, poetisch, kurz, superkurz, fragmentarisch, enigmatisch, literarisch, schnippisch, subjektiv, komisch, persönlich – falls damit auch Nicht-Persönliches mitberichtet wird.

Ein Minimal-Anspruch an intellektueller Redlichkeit und stilistischer Schreibequalität soll aber immer gewahrt bleiben – was immer dies im Einzelnen bedeuten wird.

Das bedeutet: Dieses Blog-Gefäß soll ein offenes sein.

Stil- und Themenvielfalt

Der stilistischen Offenheit wird das breite Themenspektrum antworten. Die im Banner genannten Themenbereiche („Kunst, Ethnologie, …“) decken ja Einiges ab. Es darf aber auch Anderes zur Sprache kommen. Funken, poetische oder andere, lassen sich aus mancherlei Stoff schlagen.

Wenn dieser Blog wie ein Piratenschiff eine Flagge gehisst hätte, würde auf dieser die Maxime des australischen Dichters und Literaturkritikers Les Murray (geb. 1938) stehen:

„Also, ich interessiere mich nur für alles.“

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Das bedeutet:

Bei diesem Blog handelt sich weder um einen klassischen,
um Objektivität, Nüchternheit oder Vollständigkeit bemühten
INFORMATIONSBLOG,
noch um einen
VERLAGSBLOG,
auch wenn der Schreiber dieser Zeilen im Hauptberuf Buchverleger ist.

Diese Schreibe-Plattform will – wenn immer möglich – eines: inspirieren. Sie will in Ansatz und Stil lebendig und quirlig sein. Freude ist erlaubt, Wahrheit, Offenheit und Schönheit sind erwünscht. Der Blog darf mit Unerwartetem aufwarten, auf Vergessenes hinweisen.

Das Leben überrascht uns ja alle immer wieder, positiv wie negativ.
Dieser Blog darf dasselbe.

Zwei Dinge werde ich hier meiden:

  • Mainstream-Dinge: Erstens finde ich solche oft langweilig. Zweitens haben sie in der Regel eh schon anderswo ihr Forum.
  • Blödsinn, Hass, Verleumdung, Flunkerei und Unwahrheit haben hier nichts zu suchen.

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Sinn und Zentrum dieses Blogs

Wenn so vieles zur Sprache kommen darf, ist die Frage legitim: Hat dieser Blog einen roten Faden, eine Richtschnur?

Zwei Dimensionen locken mich:

Einmal das Poetische – das, was man den poetischen Blick auf die Welt nennen kann: Ein Blick, der immer auch das Abseitige, Verzweigte, Verschrobene, Abwegige, Schöne im Unscheinbaren sehen will.

Gedichte aber, also jene Textformen, die das Poetische zu ihrem eigentlichen Sinn und Zweck erhoben haben, sollen hier nicht im Zentrum stehen. Sie werden zwar ab und zu zitiert werden; dies aber nur am Rande.

Ich interessiere mich mehr für das Poetische, das wie in anderem Kleide daherkommt, sich dem ersten Blick vielleicht nicht erschliesst. Wie Komik oder Tragik kann Poesie an unerwarteten Orten nisten.

Doch nur Schöngeistiges soll hier nicht das Zentrum sein

Die Welt ist nicht in Ordnung. Das ist nichts Neues. Jeder, der es vermag, muss sich heute Gedanken machen, wo er steht, wofür er einstehen oder vielleicht sogar kämpfen mag.

Eine zweite Achse für diesen Blog will ich deshalb so beschreiben: Es soll immer wieder die Sprache sein von Dingen, denen – aus meiner Wahrnehmung – ein SUBVERSIVES Element zukommt. Dieses hinterfragende Element muss nicht mit lauten Trompeten und Fanfaren daherkommen. Im Gegenteil. Plakatives, allzu Schrilles empfinde ich, wie den Mainstream, auch oft als langweilig. Wie alles, was zu offensichtlich gestrickt ist.

Auch hier kann das Versteckte und Stille in die Mitte gerückt werden.

Subversives

Das Subversive: ein Wort, das, wenn ich mich nicht täusche, seit Jahrzehnten jeder Mode entfallen ist.

Die Freibeuterschriften von Pier Paolo Pasolini, erschienen im Wagenbach Verlag in Berlin (deutsche Erstausgabe 1978; diese Ausgabe 1998; italienische Originalausgabe 1975)

Die Freibeuterschriften von Pier Paolo Pasolini, erschienen im Wagenbach Verlag in Berlin (deutsche Erstausgabe 1978; diese Ausgabe 1998; italienische Originalausgabe 1975)

Seit den Zeiten von Pier Paolo Pasolini (1922–1975) und Herbert Marcuse (1898–1979), also seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, hat dieses Wörtchen viel von seiner Aura verloren. Vom Eindimensionalen Menschen spricht heute kaum mehr jemand.

Isolde Ohlbaum: Herbert Marcuse, Fotografie, späte 1970er Jahre

Isolde Ohlbaum: Herbert Marcuse, Fotografie, späte 1970er Jahre

Zeit deshalb, an diese und ähnliche Denker zu erinnern und zu sehen, ob ein solches Denken wo auch immer, im wie Kleinen oder Grossen auch immer, weiter vorangetrieben werden kann. Hoffnung muss sein: als Prinzip und auch sonst.

Ich bin Romantiker. Subversives ist für mich wie das Salz, welches mir eine Sache oft erst schmackhaft macht. Es ist eine Qualität, die wie ein Spurenelement Zukunft enthalten kann, lebenswertere Zukunft verspricht: eine Zukunft, die ich mir als etwas weniger von ökonomischem Kalkül diktiert, einen Tick menschenwürdiger und sogar poetischer vorstelle als die Gegenwart.

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Ein Träumeblog! … werden Sie sagen.
Ja, stimmt. Vielleicht.

Auch dieses feine Subversions-Salz kann sich, wie das Poetische, überall finden. In Romanen und Gedichten, in Filmen und Kunstwerken, in soziologischen, philosophischen, ökonomischen oder politologischen Abhandlungen. Und in Alltagspraxis: in politischer oder sonstwie praktisch ausgerichteter Arbeit.

Mutige KünstlerInnen

Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die – auch heute – als subversiv bezeichnet werden können. Künstler, die nicht hauptsächlich an Markterfolg denken, sondern in ihrer Arbeit immer auch den Blick auf Grösseres: auf Gesellschaftliches, Ökonomisches, Politisches, Ideologisches, auf Natur, Transzendentes, was immer, mitgerichtet haben. Künstler, die den Status Quo in der Welt nicht einfach deshalb schon patent finden, weil sie damit gut fahren und Erfolg haben, und diesen Status durch ihre Arbeit nicht automatisch weiter zementiert sehen wollen.

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Es mag Menschen geben, die an der Lauterkeit solchen künstlerischen Tuns heute zweifeln mögen. Menschen, die vielleicht allzu oft den wie auf einer weltweiten Sportveranstaltung erzielten neusten Kunstmarkt-Rekorden ihr Ohr geliehen haben. Diese Nachrichten sind Gift. Sie lenken von der eigentlichen Kunst ab und nehmen vielen die Freude und unvoreingenommene Neugierde auf Künstler und Kunst.

Künstler, die ich als wahrhaft subversiv empfinde, die aber auch echte Künstler sind, also nicht schablonenmässig einem fixen Polit- oder Ideenprogramm entlangarbeiten, sind:

Johanna Kandl

Johanna Kandl: O.T. (keep calm), Tempera auf Holz, 2014
 (35 x 50 cm, Courtesy die Künstlerin, Foto: Helmut & Johanna Kandl
)

Johanna Kandl: O.T. (keep calm), Tempera auf Holz, 2014
 (35 x 50 cm, Courtesy die Künstlerin, Foto: Helmut & Johanna Kandl
)

oder

Gabriele Sturm

Gabriele Sturm: Installation, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, 2014 (© Gabriele Sturm)

Gabriele Sturm: Installation, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, 2014 (© Gabriele Sturm)

Auf beide werde ich zurückkommen.

Tierphilosophie

Subversiv ist für mich auch die Arbeit von Markus Wild, Professor für Tierphilosophie an der Universität Basel. Er denkt Tiere anders als man dies in unseren abendländischen Breitengraden seit über 2000 Jahren tut.

Markus Wild: Tierphilosophie zur Einführung, (Junius Verlag, Hamburg 2008; auf dem Cover, laut Impressum, ein Foto mit einem Thinking Chimpanzee)

Markus Wild: Tierphilosophie zur Einführung, (Junius Verlag, Hamburg 2008; auf dem Cover, laut Impressum, ein Foto mit einem Thinking Chimpanzee)

Tiere haben in unserer Kultur seit Platon und Aristoteles einen präzise umrissenen philosophischen Status. Die Frage, ob sie denken können, ob sie Bewusstsein besitzen, usw., wird meist negativ beantwortet. Ausnahmen zu dieser Denktradition hat es nur wenige gegeben:

„… no truth appears to me more evident,
than that beast are endow’d
with thought and reason as well as man.“
David Hume: A Treatise of Human Nature, 1738, I, 3, xvi
(zit. durch Perler und Wild in Geist der Tiere, S. 7)

Markus Wild stellt in diesem schwierigen Feld alte Fragen:

Dominik Perler und Markus Wild (Hrsg.): Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, Suhrkamp (taschenbuch wissenschaft 1741, Frankfurt 2005)

Dominik Perler und Markus Wild (Hrsg.): Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, Suhrkamp (taschenbuch wissenschaft 1741, Frankfurt 2005)

Und findet neue Antworten. Das hat Folgen.

Ausgehend von seinen Forschungen kritisiert er zum Beispiel die Leiter zoologischer Gärten. Er sieht diese in zeittypischer Weise allzu sehr von Gewinnmaximierungs-Vorstellungen geleitet. Was Blockbuster-Werke wie jene von van Gogh, Gauguin, Matisse oder Picasso für quotenbegeisterte Kunstmuseen darstellen, sind in seinen Augen die „Knüller-Tiere“ für den Zoo: Elefanten, Bären und Tiger – grosse Tiere, die auf allzu engem Raum gehalten werden.

Das Argument der Zoodirektoren, so werde Artenschutz betrieben, lässt Wild nicht gelten. Er sieht hier wie gesagt primär wirtschaftsorientiertes Handeln am Werk, ein Handeln, welches das Recht des Stärkeren ganz selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt, wie anderswo, wo im Namen von Profitdenken brutal und egoistisch gehandelt wird.

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Schluss

Bevor dieser Beitrag zu lange wird, höre ich auf. Schliesslich habe ich in den letzten Wochen, seit ich diesen Blogstart anvisiert habe, immer wieder gehört, man solle nicht zu lange Posts schreiben. Niemand lese gerne im Internet.
Vielleicht stimmt das.

DESHALB ist hier mal Schluss. Ein mit ANFANG II überschriebener Beitrag wird in zwei-drei Wochen den Faden da wieder aufnehmen, wo wir ihn im Moment liegenlassen.

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Jetzt gilt:

Willkommen!

Sie sind willkommen! Als LESERINNEN und als LESER. Und Sie sind willkommen als KOMMENTATORINNEN und KOMMENTAROREN. Deshalb ist am Ende jeden Beitrags ein Kommentar-Link eingefügt (siehe ganz unten: „Hier Kommentar schreiben“), der zu einem leeren Kommentarfenster führt – einem Fenster, das nur darauf wartet, mit Fragen, klugen Bemerkungen, mit Anregungen oder netter Ermunterung gefüllt zu werden.

Und schliesslich sind Sie hier auch als Gast-Autorinnen und Gast-Autoren willkommen, als GAST-BLOGGER. Weshalb nicht? Probieren Sie es aus! Schicken Sie mir Ihren Beitrag. Wenn dieser interessant ist und zur Ausrichtung des Blogs passt, werde ich ihn hier gerne einstellen. Da Beiträge immer mittwochs erscheinen, können Sie per Mail bei mir (mail@pietmeyer.ch) „Ihren Mittwoch“ im Voraus reservieren, irgendwann im Jahr – für Ihren Text! Der Blog-Wirt nimmt Reservationen gerne entgegen!

Die Namen der Gast-Blogger werden in der Seitenleiste (hier zur Rechten) in einer eigenen Rubrik aufgeführt werden, samt Listung aller, wie man sagt, GEPOSTETEN BEITRÄGE.

AUF GEHT’s!

Zum Rhythmus:

 Beiträge auf diesem Blog erscheinen
EINMAL PRO WOCHE, IMMER MITTWOCHS

Ca veut dire: à très bientôt, à mercredi prochain, le 6 janvier!
Welcome to the New Year!

02_02PS: Die im Banner und in diesem ersten Beitrag auftauchenden roten anthropomorphen Figuren stammen aus dem Gebiet der Dogon in Mali. Die ersten Ethnologen, die sich ihnen gewidmet haben, waren Marcel Griaule (1898–1956) und seine Kollegen. Sie haben das Dogon-Gebiet im damals frankophonen Westafrika ab 1931 immer wieder zu längeren Forschungsaufenthalten aufgesucht. Ich werde in einem eigenen Beitrag auf diese enigmatischen, lebendig-poetischen Figuren zurückkommen.

Kommentar(e) zu diesem Beitrag:

  1. Christina Thomas schreibt:

    sehr schön und inspirierend, diese dogon-figuren. die kunst der dogon fand ich schon immer großartig. im völkerkundemuseum in berlin-dahlem war ich zeitweise wie zuhause. diese roten zeichnungen wirken ja schon tierisch-subversiv :-) es gab anfang der 80er jahre mal ein buch „die künstler und wenn sie vertieren“. leider habe ich es nicht gekauft, zu schade. manchmal hat man beim künstlerischen schaffen auch irgendwie das gefühl, mehr tier zu sein…. vielleicht kennt das jemand anders auch.

    • Piet Meyer schreibt:

      Liebe Christina,
      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Hat nicht Georges Bataille (1897–1962; siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Bataille), als er über Lascaux und andere prähistorische Felsmalerei-Orte schrieb, die damaligen Künstler als Schamanen gesehen, die in Tierkostümen gekleidet, in Tierrollen schlüpften?

      Jüngst sah ich in der Wiener Galerie Krinzinger einen erstaunlichen Dokumentarfilm, in dem man Jonathan Meese (geb. 1970; siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Meese), den deutschen Künstler, bei einem Ateliertanz zusehen konnte. Was ist ein Ateliertanz? Im Falle von Meese: Da sieht man ihn, nicht unähnlich einem aufgeputschten sibirischen Zottelbären, wie er, manchmal mit Malpinseln in der Hand, zu wilder Musik durch sein Atelier tanzt, halb in Trance, mal dorthin, mal in jene Ecke des Ateliers driftet, kleine schnelle Malgesten in die Luft macht, mal auch ein Bild, das in einer Ecke steht, ergreift und damit durch sein Atelier tanzt, das Bild an die Brust haltend oder wie eine Monstranz vor sich her tragend, und dabei wild Laute vor sich her stöhnt.

      Wunderbar. Da wird er zum Menschentier, das sich durch Musik und Tanz in Trance, in jenen Zustand bringt, in dem er dann „wild“ losmalen kann. Er tut dies – das verblüfft den Zuschauer – ohne jegliche Scham: Es ist ja eine Kamera dabei, die ihn aufnimmt. Diese „Freiheit“ von Scham ist, so denkt man sich, schon fast die halbe Miete, die ihn dann zum Künstler macht – was immer das dann konkret bedeuten mag.

      Kunst ist es sicherlich, heutzutage, seine inneren Tiere so tanzen zu lassen, dass man dabei anderen Menschen keinen Schaden zufügt.
      Sehr herzlich, Piet

    • Anne Rüffer schreibt:

      Lieber Kollege – das nenne ich erbaulich und erfreulich! Auf weitere Piet-Post freut sich in Zürich Anne (Rüffer), rüffer&rub Sachbuchverlag

  2. Manfred Cuny schreibt:

    Das Thema „Geist der Tiere“ ist unserer Gesellschaft – nach wie vor – erstaunlich unbewusst. Unbekannt ist auch den Meisten, dass Franz Weber schon vor Jahrzehnten die „Vereinten Tiernationen“ und den „Internationalen Gerichtshof für Tierrechte“ gegründet hat. Für Viele sind solche Institutionen – d.h. die Sicht auf unsere Welt, die dahinter steht – ein Witz, bedeutungslos.

    Auch ich wusste nicht, dass an der Uni Basel ein Philosoph diese Sicht vertritt. Danke für den Hinweis.

    • Piet Meyer schreibt:

      Lieber Manfred,
      vielen Dank für Deinen sehr schönen Hinweis auf Franz Weber, den grossen Basler Umweltschützer (geb. 1927; siehe http://www.ffw.ch/de/). Mir war nicht bewusst, was für eine wichtige Vorreiterrolle er bei Umwelt- und Tierschutz innehatte! Als sehr schön empfinde ich auch, dass Weber zuerst Dichter und Schriftsteller war, in Paris Philosophie und Linguistik studierte, die halbe Geisteswelt (Cocteau, Mauriac und viele andere) dort kennenlernte, und dann als Journalist arbeitete. Ein Geistesmensch.
      Das alles habe ich erst jetzt, dank Dir, durch Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Weber_(Umweltschützer)) erfahren!
      Sehr herzlich, Piet

      • Christina Thomas schreibt:

        … die tiere schlagen zurück … wenn dieser moment je kommen sollte… nicht auszudenken. oder doch.
        ich bin immer wieder erstaunt und beglückt, wie mühelos und wunderbar es ist, sich mit einem tier zu verständigen. hier gerade mit meinem 8. katzentier gordon. vielleicht ist es die fähigkeit, ganz schlicht mit seinem tiefsten inneren selbst verbunden zu sein, mit dem auch der impuls zur kunst und zahllose intuitive entscheidungen dabei gesteuert wird.

  3. Bernhard Echte schreibt:

    Lieber Piet, herzlich verehrter Verleger-Kollege!
    Wie machst Du das? Spannende Bücher, sprühende Lebendigkeit unter Deinen zahlreichen Freunden, und auch noch einen reizvollen Blog!? Jeden Mittwoch!? Sapperlott! Wenn es so weitergeht, wie Du begonnen hast, werde ich mich zur ersten wirklichen Regelmässigkeit meines Lebens erziehen müssen: Mittwoch – Dein Blog. Wohlan! Ein neues Jahr ohne zumindest einen erfüllbaren Vorsatz wäre ja auch blöd. Dir nur das Beste!
    Dein Kollege (im schweizerischen Sinn des Wortes)
    Bernhard

  4. Gabriele Sturm schreibt:

    Lieber Piet,
    Markus Wild muß ich lesen! DANKE für diesen tollen Beitrag! Pasolini liebe ich heiß, ja spannend alles.
    Gabriele

  5. Hallo Piet
    mein Wunsch für Dich zum neuen Jahr
    damit wird’s einfach jedem klar
    trinkt Leute trinkt, doch moderat
    und seid vor allem auch parat
    wenn’s besser kommt, ist’s wunderbar
    alles Gute
    zum neuen Jahr wünscht
    Franz und Alice Mäder

  6. Smithf107 schreibt:

    Hello my family member! I want to say that this article is amazing, great written and come with almost all significant infos. Id like to peer extra posts like this . dbdfkekcckgfddbe

  7. Klaus Binder, Frankfurt schreibt:

    Lieber Piet,
    dank für deine Wünsche, und: Glückwünsche für den Blog, auf den du uns so gespannt gemacht hast; ja, ich bin gespannt, wie du das machen wirst.
    Mit geht derzeit so Trübes durch den Kopf, diese Welt, die immer unfreundlicher, immer fremder wird, in der wir Charakteristika von Fossilien annehmen oder in unserem Tun&Treiben irgendwie biedermeierlich werden/wirken. Solche Trübnis schöpfe ich nicht nur aus der Zeitung, die eigentliche, aktuelle Folie ist das neue Kershawbuch, Europas Geschichte 1. Hälfte 20. Jh. — wenn ich das alles so lese, kann ich mich nicht mal mit der Erinnerung an Marx‘ Beobachtung trösten, dass die Tragödien, die sich in der Geschichte wiederholen, dies als Farce tun. Wie wenig lernen die Menschen, wie wenig bleibt haften. Und wie wenige sind es, die an dem hängen, an dem wir hängen.
    Aber wahrscheinlich hast du recht: Man muss an dem Abseitig-Randständigen festhalten, es sichtbar machen: Ja, da ist sie, die alte Flaschenpost-Metapher von Benjamin/Adorno. Zeigen/Erinnern, das sind Bewegungen, die synchron werden, ohne Zusehende/Zuhörende, auf die man sich verlassen kann. Zufallstreffer. Anders geht’s wohl nicht. Lukrez: clinamen, aus dem Zufall eine ganze, eine neue Welt.
    Die ganzen „planmäßigen“ Weltumbauten des 20. Jhs., die sich im Einklang wähnten mit Weltgeist & Geschichtsgang, haben zu Erziehungsdiktaturen geführt. Und alle diese Pegidas, Isisse, AfDs, Wutbürger et tutti quanti: die wollen auch nix anderes. Nämlich die Anderen erziehen. Und sind die nicht willig…. Und die Seehofers dieser Welt heulen, vorsichtiger, nach Obergrenzen (und meinen doch nix anderes: der Pflichtunterricht in Leitkultur). Offensichtlich: auch denen ist fremd und kalt, und sehen nicht, dass sie alles noch fremder und kälter machen.

    Nicht mal der anarchistische Traum geht noch, das tabula rasa und dann kann’s nur besser werden. Der nämlich ist in merkwürdigem Inkognito in das Wutbürgergesülze&gebrüll gewandert. Pläne haben die nicht, nur anders wollen sie’s, und das heißt vor allem: Gehört werden wollen sie. Reine Identitätspolitik. Wir sind wer. Die müssen die Straßen sperren für uns. Das Recht, das die Anderen reklamieren, ist doch auf unserer Seite. Können wir doch verlangen. Muss man doch mal sagen dürfen. Usw. Noch die radikale Sinndestruktion der Dadaisten, die anarchischen Surrealisten setzten auf das, auf irgendein Ganzes, das sie destruieren (heute: dekonstruieren) wollten, das aber aus seiner absoluten Negation als irgendwie neues Ganzes/ganz Neues entspringen sollte. Creatio ex nihilo. (Eine erstaunlich haltbare Denkfigur!)

    Aus all diesen Gründen bin ich gespannt auf deinen Blog, will sagen: hoffe auf haltbares, widerstandsfähiges Proviant für unser irritiertes Unterwegs!
    Herzlich, dein Klaus

    • Piet Meyer schreibt:

      Lieber Klaus,
      ich danke Dir überaus herzlich für Deinen langen Kommentar, für Deine Reaktion auf meinen Bloganfang.

      Was Du schreibst, fühlen heute sehr viele. Auf verschiedenen Ebenen. Fast jeder Taxifahrer hier in Wien (ich bin oft mit Taxis unterwegs) ist superpessimistisch.

      Ein Problem, das Du ansprichst, ist: dass das, was man seit den 80er Jahren, seit den französischen Dekonstruktivisten „Die grossen Erzählungen“ genannt hat, nicht funktioniert hat. Im gewissen Sinne ist das zentral: Zu realisieren, dass diese Gross-Antworten versagt haben, oft sogar sehr viel Unheil gebracht haben.

      Was tun? Schritt für Schritt weitermachen. Und das Positive suchen, das, was einem selber das Herz öffnet. Die Welt war immer „schlecht“. Welcher Schriftsteller beschreibt das nicht, seit Jahrhunderten? Und alle Kriege und extrem schlimmen Zeiten, die es seit Jahrhunderten und länger gegeben hat, zeigen doch nichts anderes. Es wird vermutlich nie aufhören. Vermutlich muss man sich eben auch von dieser Utopie trennen, vermutlich, vielleicht, dass es ein Kollektivrezept gibt, das den „Volkskörper“, das Kollektiv heilen könne. Ein solcher Weg – Richtung „Besserung“ – ist in meinen Augen nur für das Individuum machbar: von ihm selber versucht, immer wieder, täglich, nächtlich. Ein ethischer Weg. Von ihm selber gewollt, gegen alle Widerstände. Am Schluss siegt klar der Tod. So what? Let’s try, trotzdem.

      Wir reden über diese Sache weiter. Sie ist so gross, sie wird als Thema uns nicht abhanden kommen.

      Ich drücke Dich, und sage Dir: Du bist nicht alleine, wir sind nicht alleine mit diesen Gefühlen von Elend und Bedrückung und letztlich auch: Zukunftsangst.
      Alles Liebe, Piet

  8. Elvira schreibt:

    wir sind nicht allein und sind es doch – doch wie sind wir, sind wir allein, mit uns, mit einander, mit der zeit, nicht jünger werdend, aber ist alter schon alles, was ist das nichtgesagte unter den worten, die erbse der wahrheit, wo liegt sie, abseits oder mittendrin, und wer liest sie auf, wer müht sich, bückt sich noch, wo alles in reichweite, alles erklickbar geworden und die poesie, wohin löst sie sich, so sie löst, auf? ohne sorge, sei ohne sorge, schrieb ingeborg bachmann, wie lautet der schweizer gruß, du sagtest ihn mir vor dem café oberlaa an der wien, wo die zeit süßer fließt als sonst, zumindest glauben macht. mut braucht es, geist und anregung. und zeit, davon gebrauch zu machen. félicitations! e.

  9. Sigrid schreibt:

    Hallo;
    Danke für die Idee und die Kreativität. Schreiben so sagt man ist nicht nur für den Empfänger wichtig, sondern auch für den Schreibenden selbst. Schreiben wir uns also die Seele aus dem Leib, es tut gut !
    Ich verfolge mit großem Interesse die Beiträge. Stelle aber fest, daß sie z.T mit einem Sammelsurium von intelligenten Worten überfrachtet sind und der Lesende erst nach mehrmaligen Lesen, wenn überhaupt, weiß, was will, wa soll gesagt werden.
    Ich möchte mal was zu „Pegida/Dresden“ sagen. Die Bewegung wird von den Politikern und Medien in die rechte Ecke gestellt. Der Psychiater Hans- Joachim Maaz aus Halle, hat jedoch aus psychologischer Sicht diese Bewegung analysiert und sagt“Vorwürfe verhärten die Fronten, die Dämonisierung von Pegida muß enden. Er sieht in „Pegida“ keine rechtsextremistische Bewegung. Es ist eine außerparlamentarische Protestbewegung, nur diesmal nicht links, sondern konservativ, getragen von Motiven, die mit DDR Vergangenheit,Wiedervereinigung, Asylpolitik und Kapitalismuskritik zu tun haben. Viele Menschen haben, trotz materiellen Wohlstand „Angst“ – viele Kriegsherde in der Welt – und ich wünsche mir eine tiefergreifende Friedensbewegung in der Welt, denn es gibt keine gerechten Kriege.

    Apropo DDR Kultur ! Auch in der DDR gab es viele begnadete Kunst und Kunstschaffende. Viele sind in Vergessenheit geraten. Mein Favorit ist z.B. das Gemälde von W. Mattheuer „Hinter den sieben Bergen“. Bei der schwebenden Vision der Frauengestalt handelt es sich um ein Zitat aus dem Gemälde “ Die Freiheit führt das Volk auf die Barrikaden 1831″ von Delacroix. Bei Mattheuer hält die Frauengestalt aber bunte Luftballons in der Hand.
    Mit diesem Gemälde hat meine Kunsterziehungslehrerin den Versuch gestartet, Verständnis zur und für die Kunst zu wecken. Es ist ihr gelungen und ich erinnere mich gern an die Schulzeit.
    Beste Grüße

    • Piet Meyer schreibt:

      Hallo Sigrid,
      danke für Deinen Kommentar. Ich geh mit Dir einig, dass es in der DDR viele wichtige Künstler, Schriftsteller, Verleger und und und gab. Viele sind heute leider schon fast vergessen, obwohl sie wichtig und gut waren. Das gilt aber auch für viele Kunstschaffende im Westen, überall: in Europa und in den USA. Die Zeit spült halt vieles wieder weg. Leider.
      Alles Gute und Grüsse, Piet

    • Manfred Cuny schreibt:

      Lieber Piet, liebe Sigrid,
      beim Stichwort „Pegida“ kommt mir ein Gedicht in den Sinn, das ich vor Monaten geschrieben habe. (Ich habe dabei überhaupt nicht an Pegida oder Vergleichbares gedacht – nur an diese Wolke aus Gefühlen und Konflikten, die alle irgendwie mit dem Thema „Identität“ zu tun haben.)

      falls

      farbe
      des fells
      eines schweissnassen
      rappen
      vermischt sich
      wiesengras spiegelnd
      mit grün

      falls
      ich jegliches
      schwitzen vermeide
      bleibt
      meines fells
      ureigene farbe
      bewahrt

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