ANFANG II

Am 1. Januar ging dieser Blog online. Im Eröffnungsbeitrag, EIN ANFANG, habe ich zwei Achsen umrissen, die mich in diesem Blog interessieren. Ich nannte sie: das Poetische und das Subversive.

Erste Beispiele sollten das Gesagte verdeutlichen. Ich habe von mutigen Künstlerinnen, von Johanna Kandl und Gabriele Sturm gesprochen, und von Markus Wild, einem innovativ denkenden Tierphilosophen aus Basel.

Hier möchte ich eine weitere Person erwähnen, deren Denken und Handeln ich als tief vorbildlich empfinde.

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Cecily Corty

Wie soll es in Zukunft weitergehen? Niemand kennt die Antwort. Die Verunsicherung nimmt in Europa an vielen Orten zu.

Sicher ist, dass es sich lohnt, den Versuch stets neu zu wagen, den eigenen Schritt zu verlangsamen. Immer wieder genau, aufmerksam, mit offenen Augen, mit offenem Herzen und möglichst unneurotischem Verstand hinzuschauen und hinzuhören. Auch zuzuhören. Und sich inspirieren zu lassen durch jene, die auf wirklich mutige, offene und unkonventionelle, auf frische Art Gutes und Schönes wagen. Es gibt diese Menschen immer wieder.

Cecily Corty aus Wien scheint mir hier ein herausragendes Beispiel zu sein.

Cecily Corty: Man muss auf dem Grund gewesen sein. Aufgezeichnet von Jacqueline Kornmüller, Brandstätter Verlag, Wien 2015

Cecily Corty: Man muss auf dem Grund gewesen sein. Aufgezeichnet von Jacqueline Kornmüller, Brandstätter Verlag, Wien 2015

Sie hat, soweit ich es von aussen beurteilen kann, auf vorbildliche Weise, ohne finanzielle Hilfe durch den Staat oder öffentliche Institutionen, nur mit privat gesammelten Mitteln in den letzten Jahren in Wien vier Obdachlosen-Einrichtungen (wie das VinziRast-CortiHaus) gegründet.

Diese leitet sie, zusammen mit zahlreichen hochengagierten ehrenamtlichen Helfern. Das Ganze soll, wie Aussenstehende berichten, gut funktionieren. Das für mich Bestechende ist unter anderem dies: Frau Corty (die ja, das darf man sicherlich erwähnen, nicht mehr zu den ganz ganz Jungen auf dieser Welt gehört) arbeitet dort tatkräftigst mit; sie verbringt mehrere Nächte pro Woche in einer ihrer Einrichtungen: mitanpackend, mithelfend.

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Ideen geben, Gelder für deren Realisierung (wie hier für die Gründung von Häusern) auftreiben, ist eines. Aktiv und konkret mitzuarbeiten, mit Leib und Seele dann bei der Sache mit dabei sein, ist ein Zweites, Hochlobenswertes. Das ist glaubwürdiges Engagement!

Auch das kann subversiv genannt werden: dem mancherorten fatalistisch-pessimistisch gestimmten, lethargischen, ängstlich und oberflächlich-konsumistisch eingestellen Mainstream etwas Eigenes, Kostbares, Kraftvolles, Kämpferisches, Aktives, Hoffnungsvolles und Zielgerichtetes entgegenzusetzen.

Ich werde auf sie und ihr Buch zurückkommen. Ihr Beispiel ist kostbar.

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Bald machen wir weiter, mit ANFANG III. Dort soll nochmals ein Beispiel genannt werden, das ich als paradigmatisch für die Ausrichtung dieses Blogs bezeichnen möchte.

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